Samstag, 16. August 2025
Es waren verrückte, schöne, aber hier und da auch schwierige Jahre, sagt Hannes Sell. Und beschreibt damit seine Zeit auf der Bühne im Kabarettkeller der Herkuleskeule. Ende August wird Schluss sein; „ich muss das Kapitel Herkuleskeule erstmal beenden“. Nach gut neun Jahren auf der Kabarettbühne – zuletzt in den Bühnenerfolgen „Hüttenkäse“ und „Rabimmel, Rabammel, Rabumm“ - zieht es ihn zurück zu seiner großen Liebe Schauspiel, verrät er. Besucher und Kollegen werden Hannes Sell an der Herkuleskeule in jedem Fall vermissen. „Ich habe hier wirklich sehr, sehr viel gelernt, konnte mich ausprobieren und entwickeln“, blickt der gebürtige Berliner auf die Jahre in Dresden zurück.
Im Oktober 2016 war er an die Keule gewechselt, „und ich habe schnell gemerkt, dass politisches Kabarett nochmal eine ganz andere Nummer ist als Schauspiel“. Hier geht es nicht nur darum, eine Rolle zu spielen, sagt er, sondern immer wieder auch um Interaktion mit dem Publikum. „Du trittst regelmäßig raus aus der Bühnenfigur, bist dann der Hannes Sell, der mit den Leuten redet, diskutiert und das Gesamtprodukt der Keule vertreten muss - das letztlich natürlich Autorenkabarett ist.“ Das ist nicht immer leicht. Gerade als politischer Kabarettist. „Da braucht es oft eine Menge Kraft, um sich in den Wind zu stellen, der da mitunter weht.“ Und natürlich gehören nicht nur Diskussionen mit dem Publikum dazu, sondern auch mit den Autoren und Kabarettisten aus dem Ensemble. „Auch da sind natürlich nicht immer alle einer Meinung, da wird auch durchaus hitzig diskutiert.“ Nicht zuletzt über das, was letztlich auf der Bühne gesagt werden soll. „Nicht alles, was im Textbuch steht, deckt sich schließlich mit der Meinung derjenigen, die es dann präsentieren sollen“, verweist Hannes Sell auf mitunter zähes Ringen um Aussagen und die Zielrichtung der Pointen. „Ich bin ein sehr politischer Mensch, ich habe meine politischen Ansichten, meine Meinung – und ich kann mich nur schlecht verbiegen, das macht es mir – und meinem Umfeld - nicht immer leicht“, räumt er ein.
Er müsse jetzt einfach mal durchatmen, erklärt Hannes Sell. Und greift nochmal das Bild mit dem „im Wind stehen“ auf: „Ich muss dafür jetzt erstmal wieder Kraft sammeln!“ Zum Beispiel bei einem Regie-Studium, sagt er. „Auch das ist etwas, das ich an der Herkuleskeule ausprobieren durfte, wofür ich sehr dankbar bin!“ Beim Programm „Generation XY ungelöst“ beispielsweise, das im Mai Premiere hatte, war Hannes Sell mit der Co-Regie betraut. Und wer weiß, vielleicht führt ihn so der Weg ja doch nochmal nach Dresden zurück, als Regisseur …
Beide Programme werden auch weiterhin im Programm bleiben! Hannes Sells Rolle in "Hüttenkäse" übernimmt Keulen-Kabarettist Alexander Pluquett, über die Neubesetzung in "Rabimmel" werden wir in Kürze ausführlicher informieren.
Bis Mitte September ist Hannes Sell aber noch – dann als Gast – in den Programmen „Hüttenkäse“ und „Rabimmel, Rabammel, Rabumm“ zu erleben. Wer ihn nochmal im Kabarettkeller erleben will: Hier gibt's die Tickets!
"Hüttenkäse": 6. September (17 und 20 Uhr), 7. September (18 Uhr), 9. und 11. September (jeweils 19.30 Uhr) /
"Rabimmel, Rabammel, Rabumm": 10. September (19.30 Uhr), 12. September (19.30 Uhr) und 13. September (17 und 20 Uhr)