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Samstag, 29. November 2025

„Beschimpft werde ich nicht mehr – es wird wieder mehr diskutiert!“

Kabarettist Alexander Pluquett ist jetzt mit „Hüttenkäse“ in seinem fünften Stück an der Herkuleskeule zu erleben. Und findet, er hat einen tollen Beruf.

Unser Programm "Hüttenkäse" ist tatsächlich längst Kult - und es gibt Zuschauer, die es sich deshalb auch ein viertes oder fünftes Mal anschauen. Nun gibt es einen Grund mehr, sich den Kabarett-Hit ein weiteres - oder gern auch ein erstes - Mal anzusehen: Denn jetzt gehört mit Alexander Pluquett in der Rolle des spleenigen Pfarrers Lars ein neuer Akteur zum "Hüttenkäse"-Team, der die Figur von Hannes Sell übernommen hat, der die Keule bekantlich im Herbst verlassen hat. Dabei ist Alexander Pluquett natürlich kein gänzlich neues Gesicht an der Herkuleskeule. Und hat hier auch schon deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt. Mehr dazu im Interview:

 

Alexander Pluquett, im Januar 2020 waren Sie deutschlandweit in den Schlagzeilen; rechte Pöbler hatten Ihnen während einer Vorstellung in der Herkuleskeule ein Bierglas ins Gesicht geworfen. Wie ist die Situation im Kabarett heute – die Gesellschaft ist ja nicht weniger zerstritten und politisch aufgewühlt als vor fünf Jahren?

Heute kann man nicht mehr davon ausgehen, dass die Menschen im Saal dergleichen Meinung sind, wie wir sie auf der Bühne vertreten. Wir zeigen Haltung, wollen aber keine Meinung aufzwingen. Wir machen Angebote zum Nachdenken, vielleicht auch mal zum um die Ecke denken. Und genau das finde ich auch richtig und wichtig. So haben die Leute im Saal die Chance, sich auch mal auf andere Perspektiven einzulassen. Das gelingt nicht immer – aber eben dennoch sehr, sehr oft. Ich bin überzeugt, das Kabarett die Aufgabe hat, die Gesellschaft nicht weiter zu spalten, sondern eine Möglichkeit zu sein, um sich mal wieder gegenseitig zuzuhören. Ich denke, dass die Zuschauer das an der Herkuleskeule schätzen.

 

Beworfen werden Sie nicht mehr, aber mitunter beschimpft?

Das kommt vor, aber selten. Nach der Vorstellung kommen wir regelmäßig mit Zuschauern ins Gespräch. Das ist uns auch wichtig, in den Dialog zu gehen. Wir hören zu und sie hören zu. Wir müssen einfach alle lernen, andere Meinungen auszuhalten. Das gilt auch für uns Kabarettisten. Gleichzeitig können satirische Texte und Lieder aber auch Kopf und Herz öffnen. So gesehen habe ich doch einen tollen Beruf, finde ich.

 

Sie gehören ja zu den Jungen an der Herkuleskeule – ist Kabarett denn auch im Publikum mittlerweile ein Stück jünger geworden?

Ich denke schon, dass gut gemachtes politisches Kabarett auch für jüngere Leute interessant sein kann. Es kommt auf die Form an, auf die Sprache. Wir wollen wie gesagt nicht belehren, sondern Angebote unterbreiten. Die Leute sollen sich unterhalten, aber eben auch nachdenken. Ich denke, das kann mit einem Spagat zwischen Theater und Kabarett gut funktionieren – was ich zum Beispiel als Regisseur am Kabarett Zwickmühle in Magdeburg auch selbst ausprobiert habe. Ich bin überzeugt, dass wir an der Herkuleskeule hier in Dresden ein modernes Kabarett machen, das Kabarett der Zukunft, das auch für junge Leute interessant sein kann.

 

Mit dem Einstieg als Pfarrer Lars im Erfolgsstück „Hüttenkäse“ sind sie nun in drei aktuell laufenden Stücken der Herkuleskeule zu erleben. Dabei hatten Sie sich zwischendurch mal eine gut zweijährige Auszeit von der Kabarettbühne genommen …

Ich war ja schon einmal seit 2017 an der Herkuleskeule, habe in den Programmen „Lachkoma“ und „Betreutes Denken“ gespielt. Aber auch Theater war und ist mir stets wichtig gewesen. Deshalb habe ich 2022 und 2023 dann in der „Sonnentor Theaterproduktion“ den Cliff in „Cabaret“ und den Lord Leicester in „Maria Stuart“ gegeben und wie erwähnt im Magdeburger Kabarett „Zwickmühle“ Regie geführt. Spannende Erfahrungen, dann aber klopfte Philipp Schaller – der Künstlerische Leiter der Herkuleskeule – wieder bei mir an.

 

Sie haben mal augenzwinkernd erzählt, dieses Anklopfen sei eine Art „Brandmelder-Alarm“ gewesen …

Es ging um ein wirklich sehr kurzfristiges Einspringen für einen Kollegen in den Proben zum Sommerkabarett „Die Erde hat eine Scheibe“. Das war im Frühsommer 2024 – und ja, es war sehr dringend, denn es waren nur noch wenige Wochen bis zur Premiere. Ich wurde sozusagen als Feuerwehrmann geholt. Und das Stück – das ja noch immer erfolgreich bei uns läuft – wurde ein echter Renner und macht nach wie vor riesigen Spaß. Und es war der Einstieg für den Wiedereinstieg …

 

Wenig später standen Sie dann im Programm „Tunnel in Sicht“ auf der Keulenbühne …

Richtig, so konnte ich auch noch einmal sehr intensiv mit Herkuleskeulen-Urgestein Wolfgang Schaller arbeiten, der das Stück ja geschrieben hat. Das war eine sehr wichtige Erfahrung, ich habe dadurch sehr viel gelernt.

 

Und nun sind Sie also auch noch Pfarrer, der in „Hüttenkäse“ beim Pilgern auf dem Jakobsweg in einem Gewitter mit zwei anderen Wanderern in einer Hütte festsitzt. Was ja nun wieder eine so ganz andere Rolle ist.

Und genau diese Vielseitigkeit, diese Unterschiedlichkeit ist ja so reizvoll für uns Schauspieler. Ich liebe es, auch im Kabarett, in so unterschiedliche Rollen zu springen. Und es ist ein wichtiger Ausgleich zu meinem stressigen Leben zwischen Berlin und Dresden und drei Kindern. Aber die kommen mittlerweile auch schon gern mal mit ins Theater.

 

Und in welchem Stück spielen Sie selbst am liebsten?

Das kann ich nicht beantworten, wie gesagt, jede Rolle ist anders und jede auf ihre Art reizvoll. Ich liebe es einfach, auf der Bühne zu stehen. Besonders in der Herkuleskeule!

 

Tickets gibt's hier